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Fersensporn. Ursachen, Symptome und Therapie

  • vor 5 Tagen
  • 10 Min. Lesezeit

Schmerzen unter der Ferse, besonders bei den ersten Schritten am Morgen oder nach längerem Sitzen, werden häufig als Fersensporn bezeichnet. Tatsächlich steckt hinter diesen Beschwerden oft eine Reizung der Plantarfaszie. Das ist eine kräftige Bindegewebsstruktur an der Fusssohle, die vom Fersenbein in Richtung Zehen verläuft.

Ein knöcherner Fersensporn kann gleichzeitig vorhanden sein. Er muss jedoch nicht die eigentliche Ursache der Schmerzen sein. Fersensporne kommen auch bei Menschen vor, die keinerlei Beschwerden haben. Für die Behandlung ist deshalb weniger entscheidend, ob auf einem Röntgenbild ein Sporn sichtbar ist. Wichtiger ist, welche Strukturen gereizt sind, wann die Schmerzen auftreten und welche Belastungen sie beeinflussen.



Inhaltsverzeichnis



Was ist ein Fersensporn?

Ein Fersensporn ist eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein. Meist ist damit der sogenannte plantare Fersensporn an der Unterseite des Fersenbeins gemeint.

Dort befindet sich auch der Ansatzbereich der Plantarfaszie. Die Plantarfaszie spannt sich an der Fusssohle vom Fersenbein bis in den Vorfuss und trägt zur Stabilität des Fussgewölbes bei.

Genau hier entsteht häufig eine begriffliche Verwirrung: Schmerzen unter der Ferse werden umgangssprachlich schnell als Fersensporn bezeichnet. Ein vorhandener Sporn bedeutet jedoch nicht automatisch, dass dieser den Schmerz verursacht.

Bei Menschen mit plantarem Fersenschmerz findet sich zwar häufiger ein Fersensporn. Gleichzeitig können ausgeprägte Fersensporne vollständig beschwerdefrei bleiben. Umgekehrt können typische Schmerzen auftreten, obwohl im Röntgenbild kein Fersensporn vorhanden ist.

Medizinisch wird bei dem typischen Beschwerdebild deshalb häufig von plantarer Fasziitis, plantarer Fasziopathie oder plantarem Fersenschmerz gesprochen. Der Begriff Fasziopathie berücksichtigt, dass bei länger bestehenden Beschwerden nicht zwingend eine klassische Entzündung im Vordergrund steht.



Welche Symptome sind typisch?

Typisch sind Schmerzen an der Unterseite der Ferse, meist etwas zur Innenseite hin. Besonders charakteristisch sind Beschwerden bei den ersten Schritten nach einer Ruhephase. Das kann morgens nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen der Fall sein.

Nach einigen Schritten können die Schmerzen zunächst nachlassen. Bei längerer Belastung, ausgedehntem Gehen, Stehen oder Sport können sie wieder stärker werden. Dieses Muster ist typisch für Beschwerden im Bereich der Plantarfaszie.

Weitere mögliche Merkmale sind:

  • Druckschmerz an der inneren Unterseite der Ferse

  • Schmerzen beim längeren Stehen oder Gehen

  • Beschwerden nach einer deutlichen Steigerung der Gehstrecke oder des Trainings

  • Schmerzen beim Barfussgehen auf hartem Untergrund

  • Empfindlichkeit beim Dehnen der Fusssohle

  • eingeschränkte Belastbarkeit beim Laufen oder bei Sportarten mit vielen Sprüngen

Nicht jeder Fersenschmerz ist jedoch eine Plantarfaszienbeschwerde. Brennen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle können beispielsweise eher für eine Beteiligung eines Nervs sprechen. Ein tiefer, prellungsähnlicher Schmerz direkt unter der Mitte der Ferse kann zum Fersenpolster passen. Nach einer deutlichen Steigerung der sportlichen Belastung muss bei zunehmenden Schmerzen auch an eine Stressreaktion oder Stressfraktur des Fersenbeins gedacht werden.



Warum entsteht ein Fersensporn?

Ein Fersensporn entwickelt sich wahrscheinlich als Reaktion auf länger andauernde mechanische Belastungen im Bereich des Fersenbeins. Dabei spielen Zugkräfte am Ansatz verschiedener Gewebe eine Rolle.

Das bedeutet nicht, dass Belastung grundsätzlich schädlich ist. Gewebe benötigt Belastung, um belastbar zu bleiben. Probleme können entstehen, wenn sich die Belastung schneller erhöht, als sich Fuss und Unterschenkel daran anpassen können.

Das betrifft beispielsweise eine deutliche Zunahme der täglichen Gehstrecke, einen neuen Beruf mit viel Stehen oder einen raschen Einstieg ins Lauftraining.

Bei plantarer Fasziopathie können verschiedene Faktoren zusammenkommen. Dazu gehören eine veränderte Belastung, eine eingeschränkte Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks, reduzierte Kraft der Fuss und Wadenmuskulatur sowie individuelle biomechanische Faktoren. Auch ein höheres Körpergewicht kann bei einem Teil der Betroffenen die mechanische Belastung erhöhen. Die Ursachen sind jedoch nicht bei jeder Person gleich.

Entscheidend ist deshalb nicht, eine einzelne vermeintliche Fehlstellung als Ursache festzulegen. Sinnvoller ist es, die tatsächlichen Belastungen, die Beweglichkeit, die Kraft und das individuelle Beschwerdemuster gemeinsam zu beurteilen.



Muss ein Fersensporn im Röntgen sichtbar sein?

Ein Fersensporn selbst lässt sich im Röntgenbild darstellen. Für die Beurteilung typischer plantarer Fersenschmerzen ist ein Röntgenbild jedoch häufig nicht notwendig.

Die Diagnose einer typischen plantarer Faszienbeschwerde basiert vor allem auf der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung. Routineaufnahmen liefern bei unkompliziertem Fersenschmerz häufig keine Information, welche die Behandlung wesentlich verändert.

Bildgebung kann sinnvoll werden, wenn die Beschwerden ungewöhnlich sind, nach angemessener Behandlung nicht besser werden oder eine andere Ursache ausgeschlossen werden muss.

Ultraschall oder Magnetresonanztomografie können beispielsweise Veränderungen an der Plantarfaszie oder andere Strukturen darstellen. Auch solche Befunde müssen jedoch immer mit den tatsächlichen Beschwerden zusammen beurteilt werden.

Ein Befund auf einem Bild ist nicht automatisch die Ursache eines Schmerzes.



Was kannst du bei Fersenschmerzen selbst tun?

Bei typischen Beschwerden muss der Fuss meist nicht vollständig geschont werden. Häufig ist eine vorübergehende Anpassung der Belastung sinnvoller.

Reduziere zunächst Aktivitäten, nach denen deine Beschwerden deutlich zunehmen. Wenn beispielsweise langes Gehen oder Laufen momentan starke Schmerzen auslöst, kannst du Umfang oder Intensität vorübergehend reduzieren und anschliessend schrittweise wieder steigern.

Vollständige Ruhe über längere Zeit ist meist keine gute langfristige Strategie. Ziel ist eine Belastung, die deine Beschwerden tolerierbar hält und gleichzeitig ermöglicht, dass Fuss und Unterschenkel wieder belastbarer werden.

Zusätzlich können geeignetes Schuhwerk, individuell angepasste Übungen und eine Dehnung der Plantarfaszie sowie der Wadenmuskulatur hilfreich sein. Ein Best Practice Guide zum plantaren Fersenschmerz nennt individuelle Beratung, Dehnung der Plantarfaszie und Tape als zentrale erste Massnahmen.

Selbstcheck bei Fersenschmerzen

Wenn du noch nicht einschätzen kannst, ob deine Beschwerden zu einem typischen Fersensporn beziehungsweise einer Plantarfaszienbeschwerde passen, kann ein strukturierter Selbstcheck eine erste Orientierung geben.

→ Selbstcheck: Habe ich einen Fersensporn?

Der Selbstcheck dient der Orientierung und ersetzt keine medizinische oder physiotherapeutische Untersuchung.



Welche Übungen können helfen?

Aktuelle physiotherapeutische Leitlinien empfehlen sowohl spezifische Dehnungen als auch Krafttraining für die Muskulatur von Fuss und Sprunggelenk.


1. Plantarfaszie dehnen

Ausgangsposition:Setze dich hin und lege den betroffenen Fuss über das andere Bein.

Durchführung:Ziehe die Zehen vorsichtig in Richtung Schienbein, bis du eine Spannung an der Fusssohle spürst.

Dauer:Halte die Dehnung etwa 20 bis 30 Sekunden und wiederhole sie mehrmals.

Worauf achten?Die Dehnung darf ziehen, sollte aber keinen starken Schmerz auslösen.

Ziel:Die Beweglichkeit der Plantarfaszie verbessern und besonders den typischen Anlaufschmerz beeinflussen.


2. Wade mit gestrecktem Knie dehnen

Stelle dich vor eine Wand. Das betroffene Bein steht hinten und das Knie bleibt gestreckt. Schiebe dein Becken langsam nach vorne, während die Ferse am Boden bleibt.

Du solltest die Dehnung vor allem im oberen und mittleren Bereich der Wade spüren.


3. Wade mit gebeugtem Knie dehnen

Die Ausgangsposition bleibt ähnlich. Beuge dieses Mal auch das hintere Knie leicht und halte die Ferse weiterhin am Boden.

Dadurch verändert sich die Dehnung und der tiefer liegende Anteil der Wadenmuskulatur wird stärker angesprochen.


4. Langsame Fersenhebung

Stelle dich aufrecht hin und halte dich bei Bedarf leicht fest. Hebe beide Fersen langsam vom Boden ab und senke sie kontrolliert wieder.

Wenn die Übung gut vertragen wird, kann die Belastung schrittweise erhöht werden.

Ziel:Die Wadenmuskulatur sowie weitere Strukturen rund um Fuss und Sprunggelenk kräftigen und ihre Belastbarkeit verbessern.


Aktuelle Leitlinien empfehlen ausdrücklich Krafttraining für die Fuss und Sprunggelenksmuskulatur. Die genaue Dosierung sollte an die individuelle Belastbarkeit angepasst werden.

Bei Übungen ist nicht entscheidend, möglichst schnell möglichst viele Wiederholungen zu schaffen. Entscheidend ist eine Belastung, die regelmässig durchgeführt und bei guter Verträglichkeit schrittweise gesteigert werden kann.



Was solltest du bei einem Fersensporn vermeiden?

Ein Fersensporn bedeutet nicht, dass du deinen Fuss dauerhaft schonen musst. Häufig problematischer sind starke und schnelle Belastungswechsel.

Wenn du bisher kaum gelaufen bist, ist beispielsweise ein plötzlicher Einstieg mit mehreren langen Laufeinheiten ungünstig. Das Gleiche gilt für stark erhöhte Gehstrecken oder viele Stunden Stehen ohne ausreichende Anpassungszeit.

Auch wiederholtes aggressives Dehnen in starken Schmerz hinein ist nicht notwendig.

Vermeide ausserdem die Vorstellung, der knöcherne Sporn müsse mechanisch „wegtrainiert“ oder durch Druck aufgelöst werden. Übungen und Physiotherapie zielen nicht darauf ab, einen sichtbaren Knochenfortsatz verschwinden zu lassen. Ziel ist, Schmerzen zu reduzieren, die Belastbarkeit zu verbessern und beeinflussbare Faktoren zu behandeln.



Wann solltest du die Ferse ärztlich abklären lassen?

Typische, allmählich entstandene Fersenschmerzen ohne weitere Auffälligkeiten können häufig zunächst konservativ behandelt werden.

Eine ärztliche Abklärung ist jedoch sinnvoll, wenn die Ursache nicht eindeutig erscheint oder die Beschwerden trotz angepasster Behandlung anhalten.

Zeitnah abgeklärt werden sollten insbesondere starke Schmerzen nach einem Unfall, eine deutliche Schwellung, Rötung oder Überwärmung, ausgeprägte nächtliche Schmerzen, Fieber, Taubheitsgefühle, zunehmende neurologische Symptome oder eine Belastungsunfähigkeit.

Auch ein Fersenschmerz, der nach einer starken Trainingssteigerung zunehmend intensiver wird und bereits beim normalen Gehen auftritt, sollte untersucht werden. Dabei muss unter anderem eine Stressverletzung des Fersenbeins berücksichtigt werden.

Bei beidseitigen Fersenschmerzen zusammen mit weiteren Gelenkbeschwerden oder anderen systemischen Symptomen können in seltenen Fällen entzündlich rheumatische Erkrankungen eine Rolle spielen.



Wie kann Physiotherapie bei einem Fersensporn helfen?

Physiotherapie behandelt nicht einfach den Sporn auf dem Röntgenbild. Im Mittelpunkt stehen deine Beschwerden und die Faktoren, die deine Belastbarkeit beeinflussen.

Zu Beginn wird untersucht, wo genau der Schmerz sitzt, wann er auftritt und welche Belastungen ihn verstärken. Zusätzlich können Beweglichkeit, Kraft, Fussfunktion und Belastungsverhalten beurteilt werden.

Je nach Befund können folgende Massnahmen sinnvoll sein:

  • individuelle Beratung zur Belastungssteuerung

  • spezifische Dehnung der Plantarfaszie

  • Dehnung der Wadenmuskulatur

  • progressives Krafttraining für Fuss und Sprunggelenk

  • manuelle Therapie bei relevanten Bewegungseinschränkungen

  • Tape zur kurzfristigen Unterstützung

  • Beratung zu Schuhen oder Einlagen

  • schrittweiser Aufbau der Geh und Sportbelastung

Die aktuelle Leitlinie zur Plantarfasziitis empfiehlt unter anderem Plantarfasziendehnung, Wadendehnung, Krafttraining, manuelle Therapie und Tape. Einlagen können ergänzend sinnvoll sein, sollten aber nicht als alleinige Behandlung betrachtet werden.

Eine wesentliche Aufgabe der Physiotherapie besteht deshalb darin, eine Strategie zu entwickeln, mit der du deinen Fuss wieder zunehmend belasten kannst, anstatt einzelne passive Behandlungen unbegrenzt zu wiederholen.



Welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wenn Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung bestehen bleiben, können zusätzliche Verfahren diskutiert werden.


Stosswellentherapie

Die extrakorporale Stosswellentherapie kann insbesondere bei länger bestehenden plantarer Fersenschmerzen eine Option sein. Ein Best Practice Guide empfiehlt sie als mögliche nächste Behandlungsstufe, wenn grundlegende Massnahmen wie Beratung, Dehnung und Tape keine ausreichende Verbesserung bringen.

Auch neuere systematische Übersichtsarbeiten untersuchen einen positiven Effekt der Stosswellentherapie auf Beschwerden und strukturelle Veränderungen der Plantarfaszie.


In unserer Praxis in Baden bieten wir die Stossenwellentherapie an.



Einlagen

Einlagen können bei ausgewählten Personen hilfreich sein. Die Leitlinie von 2023 empfiehlt jedoch, sie nicht als alleinige kurzfristige Behandlung einzusetzen. Sie können als Teil eines umfassenderen Behandlungskonzepts genutzt werden.


Nachtschienen

Bei ausgeprägtem Schmerz bei den ersten Schritten am Morgen können Nachtschienen bei ausgewählten Betroffenen erwogen werden. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt sie insbesondere bei konstantem morgendlichem Anlaufschmerz.


Kortisoninjektionen

Kortison kann kurzfristig Schmerzen reduzieren. Der Nutzen muss jedoch gegen mögliche Risiken abgewogen werden. Dazu gehören unter anderem eine Schädigung beziehungsweise Ruptur der Plantarfaszie und eine Atrophie des Fettpolsters unter der Ferse. Eine aktuelle Übersicht der American Academy of Family Physicians weist ausdrücklich auf diese Risiken hin.

Injektionen sollten deshalb nicht als einfache Standardlösung für jeden Fersenschmerz verstanden werden.


Operation

Eine Operation ist bei typischen Beschwerden nur selten notwendig. Sie kommt vor allem bei hartnäckigen Fällen infrage, wenn eine längerfristige konservative Behandlung keinen ausreichenden Erfolg gebracht hat und die Diagnose sorgfältig überprüft wurde.



Wie lange dauern Beschwerden bei einem Fersensporn?

Plantarer Fersenschmerz kann hartnäckig sein. Eine genaue Heilungsdauer lässt sich nicht seriös für jede Person vorhersagen.

Der Verlauf hängt unter anderem davon ab, wie lange die Beschwerden bereits bestehen, wie stark der Fuss täglich belastet wird, welche weiteren Faktoren vorhanden sind und wie konsequent Belastung und Training angepasst werden.

Eine kurzfristige Schmerzreduktion ist nicht dasselbe wie eine vollständige Wiederherstellung der Belastbarkeit. Gerade bei länger bestehenden Beschwerden ist es sinnvoll, die Belastung über Wochen und Monate schrittweise aufzubauen.

Die Therapie sollte deshalb nicht allein danach beurteilt werden, ob die Ferse nach wenigen Tagen vollständig schmerzfrei ist. Fortschritte können sich auch darin zeigen, dass der morgendliche Anlaufschmerz abnimmt, längeres Gehen wieder möglich wird oder die Ferse auf sportliche Belastung weniger empfindlich reagiert.



Häufige Fragen zum Fersensporn

Ist ein Fersensporn gefährlich?

Ein Fersensporn ist in der Regel keine gefährliche Erkrankung. Ein knöcherner Sporn kann sogar vollständig beschwerdefrei sein. Entscheidend ist deshalb nicht allein der Röntgenbefund. Bei starken, ungewöhnlichen oder zunehmenden Beschwerden sollte jedoch geprüft werden, ob eine andere Ursache hinter den Fersenschmerzen steckt.


Kann ein Fersensporn wieder verschwinden?

Der knöcherne Sporn muss nicht verschwinden, damit die Schmerzen besser werden. Ziel der Behandlung ist deshalb normalerweise nicht, den Knochenfortsatz zu beseitigen. Entscheidend ist, die gereizten Strukturen und die Belastbarkeit des Fusses zu beeinflussen.


Warum tut die Ferse morgens besonders weh?

Der typische Schmerz bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen ist ein häufiges Merkmal plantarer Faszienbeschwerden. Auch nach längerem Sitzen kann dieser Anlaufschmerz auftreten. Dieses Muster gehört zu den klinischen Merkmalen, die bei der Untersuchung berücksichtigt werden.


Darf ich mit einem Fersensporn spazieren gehen?

Meist muss Gehen nicht vollständig vermieden werden. Die Belastung sollte jedoch an die Beschwerden angepasst werden. Wenn lange Spaziergänge die Schmerzen deutlich verstärken und diese bis zum nächsten Tag erhöht bleiben, kann eine vorübergehende Reduktion der Strecke sinnvoll sein.


Darf ich mit einem Fersensporn joggen?

Das hängt von der Stärke der Beschwerden und der Belastungsreaktion ab. Bei milden Beschwerden kann häufig mit angepasstem Umfang weitertrainiert werden. Bei deutlichen Schmerzen sollte die Laufbelastung reduziert und schrittweise wieder aufgebaut werden.


Welche Schuhe sind bei Fersenschmerzen sinnvoll?

Ein universell bester Schuh existiert nicht. Viele Betroffene empfinden einen gut sitzenden Schuh mit ausreichendem Komfort als angenehmer als sehr harte oder ungewohnte Schuhe. Entscheidend ist die individuelle Reaktion. Ein plötzlicher Wechsel auf völlig anderes Schuhwerk kann die Belastung ebenfalls verändern.


Helfen Einlagen bei Fersensporn?

Einlagen können bei einem Teil der Betroffenen Beschwerden reduzieren. Sie sollten jedoch nicht automatisch als alleinige Therapie eingesetzt werden. Aktuelle Leitlinien empfehlen sie eher als möglichen Bestandteil einer Kombination aus mehreren Massnahmen.


Hilft Dehnen bei einem Fersensporn?

Spezifische Dehnung der Plantarfaszie und Dehnung der Wadenmuskulatur gehören zu den empfohlenen konservativen Behandlungen bei plantarer Fasziitis. Sie sollten regelmässig und ohne aggressives Dehnen in starke Schmerzen durchgeführt werden.


Hilft Stosswellentherapie bei einem Fersensporn?

Bei länger anhaltenden plantarer Fersenschmerzen kann Stosswellentherapie eine sinnvolle zusätzliche Option sein, insbesondere wenn grundlegende konservative Massnahmen nicht ausreichend helfen. Sie ersetzt jedoch nicht automatisch die Anpassung der Belastung und ein aktives Übungsprogramm.


Muss ein Fersensporn operiert werden?

Nur selten. Die meisten typischen plantarer Fersenschmerzen werden zunächst konservativ behandelt. Eine Operation wird normalerweise erst erwogen, wenn Beschwerden länger bestehen, andere Ursachen ausgeschlossen wurden und umfassende konservative Massnahmen keine ausreichende Verbesserung gebracht haben.



Fazit

Ein Fersensporn im Röntgenbild erklärt Fersenschmerzen nicht automatisch. Typische Schmerzen an der Unterseite der Ferse entstehen häufig im Zusammenhang mit einer gereizten oder vermindert belastbaren Plantarfaszie.

Für die Behandlung sind deshalb vor allem das Beschwerdemuster, die aktuelle Belastung, Beweglichkeit und Kraft entscheidend. Belastungsanpassung, gezielte Dehnung und ein schrittweiser Kraftaufbau gehören zu den wichtigsten konservativen Massnahmen. Ergänzend können Tape, Einlagen oder bei länger bestehenden Beschwerden eine Stosswellentherapie infrage kommen.

Wenn die Beschwerden ungewöhnlich sind, deutlich zunehmen oder trotz konsequenter Behandlung nicht besser werden, sollte die Ursache genauer abgeklärt werden.


Unsicher, welche Behandlung bei deinen Fersenschmerzen sinnvoll ist?

In der Physiotherapie können wir beurteilen, welche Strukturen wahrscheinlich an deinen Beschwerden beteiligt sind, wie belastbar dein Fuss aktuell ist und welche Übungen und Belastungsanpassungen zu deiner Situation passen.





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